Die Wellness-Lüge, Teil 2

12. Juli 2014 Kommentare deaktiviert für Die Wellness-Lüge, Teil 2

Teil 2: Selbermachen macht sich besser
Entgegen den Schwindlern, die Wellness als Faulenzen und sich Fütternlassen verkaufen, ist „Wellness“ ursprünglich anders gemeint Wellness ist der Zustand aus Wohlbefinden und Fitness (Well-being plus Fit-ness = Well-ness). Das Eine führt zum Anderen. Fit, zum Beispiel, wird man nicht von alleine, man darf etwas dafür tun. Andererseits wird der Einsatz belohnt. Ein hartnäckiges und sensibles Training der körperliche Fitness steigert nicht nur die Gesundheit und schenkt nicht nur genussvolle Körperwahrnehmung. Dranbleiben am Training führt zu einem zentralen Anliegen von Psychotherapie, nämlich zu der Erfahrung von „Selbstwirksamkeit“: Ich kann etwas erreichen und merke, dass es mir dabei besser geht.
Doch der Trend geht kräftig in die andere Richtung. Die Wirtschaft liebt uns als passive Konsumenten, sie stellt die Weichen in Richtung Bespaßungs-Gesellschaft. Wir lassen uns berieseln und amüsieren, bis wir uns zu Tode gelangweilt haben.
Man lese ruhig nach, was ein Miterfinder der Wellness, Dr. Donald B. Ardell, auf der Seite des Deutschen-Wellness-Verbandes Kritisches zur Wellness-Welle sagt – und vergesse dabei nicht, dass viele Verbandsmitgliedes am Trend zur Wellness-Bespaßung und Wellness-Fütterung kräftig mitverdienen. Sogar Ardell selbst verkauft auf seiner Internetseite seekwellness.com unter anderem Inkontinenz-Slips als Wellness-Accessoire. Das sind zwar wertvolle Artikel, aber ob der Geschäftsmann Ardell den Medizinmann Ardell da richtig verstanden hat, soll jeder selber beurteilen.
Wellness ist also ein medizinischer Begriff, der sich nicht mehr aus dem Klammergriff der Konsum- Bespaßungs-Gesellschaft herauslösen kann.
Wer nach dem besseren Leben sucht, geht vielleicht besser zu den Ursprüngen von Wellness zurück.

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